Cyrillus von Alexandrien († 444) - Sieben Gespräche über die heilige und wesensgleiche Dreieinigkeit (De sancta Trinitate dialogi VII) Fünftes Gespräch. Daß die Eigenschaften und die Herrlichkeit der Gottheit von Natur aus im Sohne sind wie auch im Vater.
20. A. Wir sind in guten Hoffnungen, o Hermias, und glauben fest, daß Denen, die gut leben wollen und in der That ein heiliges und lobenswerthes Leben führen, die Theilnahme an allem Guten von Gott zu Theil werde, ja daß den Häuptern der Heiligen Das, was über Verstand und Rede ist, aufbewahrt sei. Es wird aber Vertheiler und Spender von allem Diesem der Sohn sein; denn Alles kommt vom Vater zu uns durch ihn im Geiste, und wir sagen nicht, daß er hiebei einen helfenden Dienst versehe, sondern vielmehr mit Macht als Sohn die Güter des Vaters austheile, damit Gott Alles in Allem sei, 1 nämlich Heiligung und Weisheit 2 und Leben, 3 Herrlichkeit 4 und Unvergänglichkeit. 5 Daß aber, wenn dem Sohne Alles unterworfen ist, gewiß und jedenfalls hinwieder Gott der Vater von Allem zugleich mit ihm herrschen und regieren wird, Das beweist, daß wir des festen Glaubens [S. 356] sind, der Sohn werde auch dann mit ihm gleichgesinnt und in jeder Beziehung gleichgewillt sein und durch seine Mittlerschaft den Heiligen ihre Hoffnungen erfüllen. Und eben Dieses, sagen wir, habe der heilige Paulus durch den Ausdruck „Unterwerfung“ figürlich angedeutet. Er wußte nämlich gewiß, daß er ihn auf keine Weise kränken werde, wenn er auch so Etwas sage. Denn die Absicht des Sohnes ist immer, den Vater zu ehren, weil er aus ihm ist der Natur nach und gleich und ähnlich in Allem und auf keine Weise geringer; und durch ihn und mit ihm sei dem Vater die Ehre zugleich mit dem heiligen Geiste in alle Ewigkeit. Amen. [S. 357]
1: I. Kor. 15, 28. 2: I. Kor. 1, 30. 3: Joh. 14, 6. 4: Hebr. 1, 3. 5: II. Tim. 1, 10.
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