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Origenes († 253/54) - Über die Grundlehren der Glaubenswissenschaft (De principiis)
Drittes Buch.
Fünfter Abschnitt (VI. Cap.). Vom Ende der Welt.

7.

Einige griechische Weise nehmen zwar 1 neben dem aus den vier Elementen bestehenden Körperstoffe, noch einen fünften, durchaus andern und von dem jetzigen verschiedenen Körper an; allein die heiligen Schriften geben nicht die geringste Muthmaßung hierüber an die Hand, und der Natur-Zusammenhang erlaubt diese Annahme nicht. Ueberdieß erklärt sich der Apostel deutlich darüber, daß nicht neue Körper den Auferstehenden verliehen, sondern die nehmlichen, die sie in diesem Leben gehabt, aus dem schlechtem in den bessern Zustand umgewandelt werden. Er sagt: es wird gesä’t ein [S. 246] sinnlicher Leib und wird auferstehen ein geistiger: es wird gesä’t verweslich, und wird auferstehen unverweslich u. s. w. Dieselbe Entwicklung also, die mit dem Menschen vorgeht, daß er vorher „ein sinnlicher 2 Mensch ist, der nicht versteht, was des Geistes Gottes ist“, dann aber zu einem geistigen herangebildet wird, „der Alles richtet, und selbst von Niemand gerichtet wird“, ist auch auf den Körper zu beziehen, so daß derselbe Leib, der jetzt im Dienste des Sinnes ein sinnlicher 3 Leib heißt, im Fortschreiten mit dem Gott verbundenen Sinne Ein Geist mit ihm wird, und alsdann mag der Körper im Dienste des Geistes zu einem geistigen Daseyn gelangen, zumal, da die körperliche Natur schon vom Schöpfer so gebildet ist, daß sie sich, wie wir schon oft bemerkt haben, in jede beliebige Form fügt.

1: Rufin: Non enim secundum quosdam Graecos — fides ecclesiae (al. necessario) recipit. Orig. beugt selten vor, am wenigsten, wenn es seine Griechen angeht, zumal, wenn er sie wie hier widerlegen will.
2: Gnostische Unterscheidung von ψυχικος und πνευματικος („homo animalis — spiritualis”).
3: pro ministerio animae animalia — δια της ψυχης θεραπειαν ψυχικον σωμα. Auch nachher: cum anima Deo adjuncta.

 

 

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Letzte Änderung am 4. April 2008.
Gregor Emmenegger